Mit rund 400 Teilnehmern war die Veranstaltung „Fokus Niederwild – Landwirtschaft und Jagd: Gemeinsam für eine artenreiche Feldflur“ der Kreisjägerschaft Borken ein voller Erfolg. Jägerinnen und Jäger, Landwirte sowie Naturschutzinteressierte aus der gesamten Region waren ins Forum Reken gekommen, um sich über aktuelle Ansätze zur Förderung der Biodiversität und des Niederwildes zu informieren.
Unterstützt wurde die Veranstaltung von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, dem Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverband (WLV) sowie der Biologischen Station Zwillbrock. Die Partner verdeutlichten damit die gemeinsame Verantwortung von Jagd, Landwirtschaft und Naturschutz für den Erhalt einer vielfältigen Kulturlandschaft.
Bereits vor Beginn der Vorträge nutzten zahlreiche Besucher die begleitende Fachmesse. Aussteller präsentierten Maßnahmen zur Lebensraumverbesserung, innovative Konzepte für die Förderung der Artenvielfalt sowie moderne Lösungen im Bereich der Fallenjagd und des Prädatorenmanagements. Die Messe bot den Teilnehmern zahlreiche Möglichkeiten zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung.
Im Mittelpunkt des Abends standen zwei hochkarätige Praxisvorträge. Den Auftakt machte Richard Schulte, Landwirt aus Delbrück und Preisträger der Auszeichnung „Wildfreundliche Landwirtschaft“. Anhand seines Betriebes zeigte er eindrucksvoll auf, wie moderne Landwirtschaft und aktiver Wildtierschutz erfolgreich miteinander verbunden werden können. Schulte berichtete aus der Praxis über Blühflächen, Rückzugsräume, angepasste Bewirtschaftungsmaßnahmen und die enge Zusammenarbeit mit den örtlichen Jägern und weiteren Landwirten. Sein Vortrag machte deutlich, dass erfolgreiche Niederwildhege nur im Schulterschluss zwischen Landwirtschaft und Jagd gelingen kann.
Anschließend referierte Paul Rößler, bekannt aus den Projekten „Die Artenschützer“, „Freunde der Jagd“ und „Niederwildtestrevier“, über die Bedeutung eines konsequenten Prädatorenmanagements für den Artenschutz. Mit zahlreichen Praxisbeispielen erläuterte er die Rolle der Raubwildbejagung bei der Förderung von Feldhase, Rebhuhn und weiteren Offenlandarten. Besonders die Kombination aus Lebensraumverbesserung und gezielter Bejagung von Prädatoren sei ein entscheidender Faktor für stabile Niederwildbestände.
Die große Resonanz der Besucher zeigte eindrucksvoll, wie stark das Interesse an den Themen Biodiversität, Niederwildhege und Artenschutz derzeit ist. Die Kreisjägerschaft Borken sieht sich in ihrem Engagement bestätigt, den Dialog zwischen Jagd, Landwirtschaft und Naturschutz weiter zu fördern und gemeinsam praxisnahe Lösungen für die Herausforderungen in der Feldflur zu entwickeln.
Zum Abschluss der Veranstaltung waren sich Referenten, Veranstalter und Besucher einig: Artenreiche Lebensräume entstehen nicht durch Einzelmaßnahmen, sondern durch das Zusammenwirken vieler Akteure. Die Veranstaltung „Fokus Niederwild“ hat einmal mehr gezeigt, dass Jäger und Landwirte dabei wichtige Partner sind und gemeinsam einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt leisten.
